"Woher kommen Sie?", fragte die Polizistin.
"Papeete!"
"Waren Sie schon einmal in Australien?", wollte sie wissen.
"Ja!"
"Was machen sie in Australien?", fuhr sie fort.
"Hören Sie, ich habe jetzt keine Lust ihre blödsinnigen Fragen zu beantworten.
Ich bin nur transit für einige Stunden hier und habe nicht die Absicht einzuwandern.
Können Sie ihr Verhör nicht ein bisschen abkürzen."
"Wir müssen diese Fragen stellen, weil wir Sie nicht kennen", antwortete sie.
"Ja! Ich kenne Sie auch nicht", gab ich zurück.
Meine Verhaltensweise hat mir wohl eine Eintragung in das australische
Computersystem der Einwanderungsbehörde eingebracht, auf jeden Fall reisten
einige Informationen mit mir durch Australien. Draußen vor dem Flughafengebäude
konnte ich dann endlich eine Zigarettte rauchen.
In Cairns hatte ich vor dem Weiterflug einen mehrstündigen Aufenthalt. Ich kaufte mir
im Food Court einen Kaffee und setzte mich draußen auf eine Bank. Dann kaufte ich
mir noch einen Kaffee und jetzt wurde die ganze Angelegenheit verdächtig, weil ich
jedes Mal die Sicherheitsschleuse durchlaufen musste. Gepäckkontrollen sind an
einem Flughafen Routine, aber als ich sie hinter mich gebracht hatte, rollten mehrere
Beamte einen kleinen Wagen mit einem Monitor darauf auf mich zu. Ich fühlte mich
ein bisschen wie in einem OP und war gespannt, was jetzt passieren würde. Einer
forderte mich auf, den Gürtel frei zu machen. Er hielt einen Scanner an den Gürtel
und wartete das Ergebnis ab:
"Nach was suchen Sie denn?", fragte ich.
"Sprengstoff!", antwortete er.
Damit wurde mein Aufenthalt in Australien natürlich richtig spannend. Ich lief durch
die Reihen der wartenden Fluggäste und hatte das Gefühl, dass jeder bereits wusste,
wer ich bin. Durch den Aufwand, der für mich betrieben wurde, kam ich mir richtig
wichtig vor. |
Beim Weiterflug nach Darwin hatte ich dann eine Idee. Auf ein Blatt Papier malte
ich ein Herz und schrieb hinein: "I love Australia." Im Flughafengebäude von
Darwin setzte ich mich auf einen Stuhl neben einem Zeitungsständer. Möglichst
auffällig um mich schauend, steckte ich das Blatt Papier in eines der Hefte und
ging nach draußen. Dort behielt ich den Zeitungsständer im Auge. Es begann
eine hektische Aktivität über Funktelefon. Sie hatten es entdeckt! Ansonsten
hatte ich einen sehr guten Weiterflug.
Dieser Reisebericht aus Australien wurde von Bernd Scheuermann zur Verfügung gestellt. besucht auch seine Website mit außergewöhnlichen und interessanten persönlichen Reiseberichte .
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